Betriebskostenspiegel

 Neuer Betriebskostenspiegel für Bayern 2024

9. Januar 2026

2,78 Euro pro Quadratmeter und Monat im Durchschnitt – enorme Erhöhung sind zu stemmen

Rechnet man alle denkbaren Betriebskostenarten mit den jeweiligen Einzelbeträgen zusammen, kann die so genannte „zweite Miete“ hier bis zu 3,88 € mit Gartenpflege pro Quadratmeter und Monat betragen.

Das sind die Ergebnisse aus dem aktuellen Betriebskostenspiegel, den der DMB Bayern jetzt auf Grundlage der Abrechnungsdaten des Jahres 2024 vorlegt. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung müssten beim Anfallen aller Betriebskostenarten 3724,80 € mit Gartenpflege Euro für das Abrechnungsjahr 2024 allein an Betriebskosten aufgebracht werden.

Der Betriebskostenspiegel wurde vom Deutschen Mieterbund Landesverband Bayern e.V. jetzt auf Grundlage der Abrechnungsdaten des Jahres 2024 erstellt, wobei allein in Bayern die Abrechnungen von insgesamt mehr als 1.745.000 qm Quadratmetern Wohnraum zu Grunde lagen.
Zum Vergleich: Im Jahr 2023 betrugen die Betriebskosten in Bayern durchschnittlich 2,59 €/m²/Mo-nat, in 2022 betrugen die Betriebskosten bayernweit 2,33 Euro pro Quadratmeter und Monat.

Damit ist die durchschnittliche Betriebskostenbelastung für Bayerns Mieter 2024 im Vergleich zu 2023 insgesamt um 0,19 € gestiegen- im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um rund 7,5 Prozent und liegt damit um rund 1,5% höher als der Bundesdurchschnitt.
Der Anstieg beruht in erster Linie auf der Erhöhung der Kosten für Sach- und Haftpflichtversicherung und den höheren Kosten für Hausmeisterdienstleistungen.

Heizung und Warmwasser

Die Kosten für Heizung und Warmwasser sind im Abrechnungsjahr 2024, im Vergleich zum Ab-rechnungszeitraum 2023 gleich geblieben und liegen in Bayern im Durchschnitt bei 1,33 Euro/Quadratmeter/Monat, in der Spitze bei 2,18 Euro/qm/Monat.
Die von uns ausgewerteten Daten weisen bei den Heiz- und Warmwasserkosten eine Bandbreite von 0,42 bis 2,24 Euro/Quadratmeter/Monat auf. Hier wird die Höhe der Kosten vor allem durch den energetischen Zustand der Wohnung und starke Preisunterschiede sowohl zwischen Heizöl, Gas und Fernwärme als auch zwischen den einzelnen Gas- und Fernwärmeversorgern bestimmt.

Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung ergeben sich somit durchschnittliche Heiz- und Warmwasserkosten in Höhe von 1.276,80 € im Jahr.

Letztlich entfallen rund 48 Prozent der tatsächlich gezahlten Betriebskosten auf Heizung und Warmwasser.

Die Beratungen wegen Betriebskosten sind der häufigste Beratungsgrund beim DMB. Und: jede zweite bis dritte Betriebskostenabrechnung ist fehlerhaft.

„Daher können wir den Mietern nur empfehlen, die Abrechnungen von den Fachleuten in den Mietervereinen prüfen zu lassen“, sagt Monika Schmid-Balzert, Geschäftsführerin des DMB Landesverbands Bayern.

„Die Energiepreisbremse fiel 2024 weg und die CO2-Umlage wird in den kommenden Jahren noch steigen. Deshalb müssen viele Mieterinnen und Mieter weiterhin wegen der Energiekosten immer tiefer in die Tasche greifen. Wir brauchen daher dringend eine staatlich geförderte sozialverträgliche Modernisierung, insbesondere für die Gebäude, die energetisch in einem mangelhaften Zustand sind. Denn insbesondere die einkommensschwächsten Haushalte wohnen in schlecht gedämmten Wohnungen mit ineffizienten Heizungsanlagen und müssen daher sehr viel Geld für ihre Heizkosten ausgeben,“ so die Landesgeschäftsführerin Monika Schmid-Balzert weiter.

Gleichzeitig bleibt die Grundsteuer ein weiterer Kostenfaktor, der die Nebenkosten erhöht. Vor dem Hintergrund ihrer Neuberechnung in den Kommunen wird die Umlage der Grundsteuer auf die Mieterinnen und Mieter für viele Mieterhaushalte in 2025 zu weiteren Kostensteigerungen führen. „Auch wenn die Grundsteuer nur einen Teil der Nebenkostenbelastung ausmacht, handelt es sich um eine Steuer auf Eigentum, deren Umlage auf Mieterinnen und Mieter sachlich nicht zu rechtfertigen ist. Vor dem Hintergrund insgesamt steigender Kosten fordern wir den Gesetzgeber auf, die Umlagefähigkeit der Grundsteuer aus dem Katalog der umlegbaren Betriebskosten zu streichen und weitere Schritte zur Begrenzung der Nebenkosten einzuleiten. Heiz- und Wohnkosten müssen bezahlbar bleiben, dazu gehört auch Mieterinnen und Mieter bei den Nebenkosten wirksam zu entlasten“, fordert Schmid-Balzert.

Weitere Informationen zum bayernweiten Betriebskostenspiegel finden Sie unter www.mieterbund.de.

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