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Aufnahme von Geflüchteten ohne Genehmigung des Vermieters möglich

  • Monika Schmid-Balzert, München
  • 04.03.2022

Private Aufnahme von Menschen ohne Genehmigung des Vermieters möglich

Neben dem Sammeln und Organisieren von Spenden ist auch die Aufnahme von Geflüchteten eine Möglichkeit, um den Menschen aus der Ukraine zu helfen. Die Zahlen der Ukrainerinnen und Ukrainer, die sich auf der Flucht in die EU-Länder befinden, steigt täglich. Raum für deren Unterbringung ist knapp.

Wer zur Miete wohnt und Geflüchteten daher einen Platz geben möchte, muss dafür rechtlich gesehen auch keine Genehmigung des Vermieters einholen.  "Für die Dauer von vier bis sechs Wochen kann ich Menschen als Gäste problemlos in die Wohnung aufnehmen, auch ohne dass ich den Vermieter informieren oder um Erlaubnis fragen muss", sagt Monika Schmid-Balzert, Geschäftsführerin des  Deutschen Mieterbunds Bayern.

Ganz genau lasse sich der Zeitraum, für den ein solcher Aufenthalt als Besuch gelte, aber nicht eingrenzen. Rechtlich sei man hier in einer Grauzone, so Monika Schmid-Balzert. Wenn der Besuch aber länger als drei Monate dauere, dann geht das definitiv über den üblichen Besuchsrahmen hinaus. Dann sollten Mieterinnen und Mieter unbedingt die Erlaubnis ihrer Vermieter einholen. Der DMB empfiehlt aber ohnehin allen Mieterinnen und Mietern, ihre Vermieter generell über den Plan in Kenntnis zu setzen, Menschen bei sich aufzunehmen. In aller Regel werde der Vermieter auch sein Einverständnis geben, da sich für ihn dadurch keine Nachteile ergeben.
Wichtig ist allerdings zu bedenken: Als Mieter haftet man für alle Personen, die man in den eigenen vier Wänden aufnimmt, egal wie lange sie bleiben und unabhängig davon, ob sie für die Unterbringung zahlen oder nicht.
"Was man ebenfalls im Hinterkopf haben sollte, ist, dass die Nebenkosten während der Besuchszeit natürlich steigen: Höhere Ausgaben bei den Heiz-, Strom- und Wasserkosten sollte man mit einkalkulieren", ergänzt die Juristin.

Auf der Wohnungsbörse des Elinor-Netzwerks für Geflüchtete können sich alle registrieren, die Menschen aus der Ukraine für eine Dauer von mindestens zwei Wochen eine Unterkunft anbieten wollen.  Wer nicht über ein Online-Portal gehen möchte, erkundigt sich am besten bei der örtlichen Kreisverwaltung oder dem Bezirksamt nach Möglichkeiten der Organisation.

FAQs: Geflüchtete als Mitbewohner:innen
Fragen rund um die Aufnahme von Geflüchteten in die eigene Mietwohnung
https://www.mieterbund.de/startseite/news/article/67883-faqs-gefluechtete-als-mitbewohnerinnen.html